Wimpfen wird Kaiserpfalz
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Die Anfänge dieser Stadt Wimpfen am Berg sind ungeklärt. Berichte, dass die Kelten auch auf dem Bergsporn über dem Neckar eine Fliehburg, die Römer hier ein Dianaheiligtum und einen Merkurtempel errichtet haben sollen, sind zwar glaubhaft, aber letztlich ebenso nicht belegbar wie die Existenz einer merowingischen Burg. Archäologische Befunde in der Stadtkirche lassen aber den Schluss zu, dass hier, an der höchsten Stelle der Stadt, schon sehr früh, nämlich bereits vor dem Bau der staufischen Pfalz, eine kleine Kirche stand, die im Laufe der Zeit in fünf Bauphasen immer weiter vergrößert wurde. Um diese Kirche bestand sicherlich schon eine Siedlung, als Kaiser Friedrich I. Barbarossa sich im Bestreben, altes, verlorengegangenes Königsgut seiner Hausmacht zurückzugewinnen, vom Bischof von Worms mit Wimpfen belehnen ließ.1182 ist der Staufer erstmals in Wimpfen urkundlich nachweisbar, und so gilt dieses Jahr gemeinhin als Gründungsdatum der Wimpfener Kaiserpfalz. Da das mittelalterliche Reich keine Hauptstadt kannte, die Könige also von Pfalz zu Pfalz zogen, um Recht zu sprechen, überhaupt ihre Präsenz ständig zu beweisen, war auch Wimpfen immer wieder Hofstadt, in der sich jene höfische Lebensform entfaltete, die noch heute so sehr unsere Phantasie beflügelt: das hohe Mittelalter mit seinem Rittertum, mit Minnesang und Falkenjagd - für die Bevölkerung der Stadt allerdings jedesmal eine gewaltige wirtschaftliche Belastung! Von Heinrich VI. sind drei Aufenthalte in Wimpfen nachweisbar, und der große Friedrich II. war acht Mal hier. Von allen Staufern aber weilte der unglückliche König Heinrich (VII.), den die Geschichtsschreibung nur mit Klammern in der Reihe der mittelalterlichen Herrscher nennt, am häufigsten in Wimpfen. Zweimal war er hier mit seinem Vater: 1218, als er, der Siebenjährige und bereits gekrönte sizilische König, aus dem italienischen Südreich nach Deutschland gebracht wurde, und 1235, als der kaiserliche Vater ihn, den inzwischen aufrührerischen Sohn, in Wimpfen gefangen nahm, um ihn schließlich in Worms endgültig abzusetzen und als Gefangenen nach Süditalien bringen zu lassen. Hier war Wimpfen wohl zum ersten Male direkt Zeuge großer Geschichte, als die fremdländische, prachtvolle kaiserliche Majestät über den hier in der Stadt vertrauten König triumphierte. Welche Rolle Wimpfen in der vorangegangenen Auseinandersetzung zwischen Kaiser und König, Vater und Sohn, gespielt hat, ist unklar. Sicherlich gehörte dem Kaiser der Respekt, aber dem König das Mitgefühl, denn er war es, der die Stadt vor der Pfalz weiter ausgebaut und mit besonderen Rechten ausgestattet hatte. Wichtig für die Stadtentwicklung war die Schenkung des Wimpfener Forstes, der etwa 10 km außerhalb der eigentlichen Wimpfener Gemarkung liegt und im Laufe der Stadtgeschichte immer wieder eine große Rolle spielte, günstig und ungünstig, bis auf den heutigen Tag aber einen bedeutenden Anteil am Gemeindevermögen darstellt.






