1951 Hessen oder Baden-Württemberg
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Dem Umstand, dass Bad Wimpfen als hessische Exklave nunmehr rund 100 km vom Sitz der Regierung und immerhin 40 km jenseits der Landesgrenze lag, verdankte die Stadt ihre Sonderrolle im Großherzogtum und später im Volksstaat Hessen: Sie blieb mit dem außerhalb gelegenen Forstgebiet ein eigenständiges Territorium zwischen Württemberg und Baden, das vom Mutterland als "Perle in der Krone Hessens" geachtet war und sich mehr oder weniger selbst verwaltete. So war man im wesentlichen mit dieser Situation zufrieden und strebte keine Veränderungen an, wenn auch nach und nach zunehmende Bindungen, vor allem wegen der Arbeitsplätze, zum benachbarten Württemberg entstanden. Einen bedeutsamen Einschnitt brachte das Ende des Zweiten Weltkrieges. Zwar war Wimpfen von Luftangriffen verschont geblieben, aber schon bald nach der Besetzung durch die Amerikaner wurde es per Dekret dem badischen Landkreis Sinsheim zugeordnet - ganz gegen den Wunsch der Bevölkerung. Eine beträchtliche Anzahl von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen war in die Stadt gekommen und veränderte das soziale und wirtschaftliche Gefüge. Alle aber beschäftigte die Frage nach der politischen Zugehörigkeit. Es bildeten sich sehr bald zwei Lager: die einen, meist die Altwimpfener, wären gerne bei Hessen geblieben, die anderen, überwiegend Neubürger, waren für einen Anschluss an den württembergischen Kreis Heilbronn. Die zum Teil recht heftigen Diskussionen wurden letztlich durch eine 1951 durchgeführte Volksbefragung beendet, die eine Mehrheit für Heilbronn erbrachte.






