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1622 Der Dreißigjährige Krieg

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Hatten die Bauernkriege die Stadt glücklicherweise verschont, so bedeutete der Dreißigjährige Krieg eine Katastrophe und beschleunigte den Verfall der einst so stolzen Reichsstadt.1622 tobte vor den Toren der Stadt eine der größten Schlachten des Krieges, in der der kaiserliche Generalissimus Tilly den Markgrafen von Baden besiegte, in der Magnus, der Bruder des württembergischen Herzogs Johann Friedrich, fiel und die sogar in Grimmelshausens "Courage" eine Rolle spielt. Doch diese Schlacht bildete erst den Anfang einer schier endlosen Zeit schwerster Not. Erpressungen, Brandschatzungen und Plünderungen, die wiederholte Vernichtung der Ernten wurden Alltag; hinzu kamen immer wieder schwere Seuchen. Am Ende des Krieges lebten in der verwüsteten Stadt noch 37 Familien - ein Zehntel der Vorkriegsbevölkerung! Die einstmals größte staufische Kaiserpfalz nördlich der Alpen und Teile der Stadtbefestigung wurden als billige Steinbrüche für den notwendigen Wiederaufbau genutzt. So ging das an sich so prächtige Zeitalter des Barock an Wimpfen fast spurlos vorüber. Lediglich die Klöster waren in der Lage, größere Bauvorhaben zu verwirklichen: die Barockisierung der Dominikaner- und der Spitalkirche sowie der Neubau der Kurien am Lindenplatz vor der Stiftskirche im Tal.

Wimpfen war ein armes, vergessenes Landstädtchen geworden! Alle Bestrebungen, Geld in die leeren Kassen der Stadt zu bringen, schlugen fehl. Besonders verheerend wirkte sich der Versuch einer städtischen Saline aus, der nur noch zu weiteren Schulden führte. Innere Wirren waren die Folge. Als der Rat in einem verzweifelten Rettungsversuch das uralte Recht der Bürger auf freies Holz aus dem Forst beschneiden wollte, kam es zu heftigen Unruhen, die 1783 in der sogenannten "Wimpfener Holzrevolution" ihren verzweifelten Höhepunkt fanden. Die Obrigkeit war nicht mehr Herr der Lage, so dass man den Kaiser um Abordnung einer Kommission bitten musste, die Ordnung in das zerrüttete Gemeindewesen bringen sollte, während eine Kreismannschaft für Ruhe und Ordnung in der Stadt sorgte. Da die bald darauf ausbrechenden napoleonischen Kriege eine Sanierung der herrschenden schlimmen Verhältnisse unmöglich machten, dürfte kaum Trauer geherrscht haben, als die rund fünfhundertjährige Reichsstadtzeit 1802 mit Säkularisation bzw. Mediatisierung zu Ende ging. Wimpfen kam schließlich nach einigem Hin und Her 1803 zu Hessen.


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