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1250 Freie Reichsstadt Wimpfen

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Mit dem Ende der Stauferzeit begann für Wimpfen eine Zeit der innen- wie außenpolitischen Bewährung. Sowohl die Bischöfe von Worms, die nie aufgehört hatten, ihre Ansprüche auf Wimpfen zu betonen, als auch die mächtigen Herren von Weinsberg, die große Besitztümer in der Stadt erworben hatten, versuchten nun, den für ihre Politik so wichtigen Ort an sich zu reißen. Wimpfen vermochte jedoch nicht nur seine Unabhängigkeit geschickt zu behaupten, sondern es brachte nach und nach immer mehr Rechte an sich, so dass es schließlich um 1300 als freie Reichsstadt auftreten konnte. In dieser Zeit sicherlich heftiger innenpolitischer Auseinandersetzungen setzte das aufstrebende Bürgertum eine Ratsverfassung durch, die auch für viele andere Orte beispielhaft wurde. Der Stadtadel war entmachtet und der Weg frei für ein Stadtregiment mit zwei Bürgermeistern und einem städtischen Gericht, dem ein Schultheiß vorstand. Wimpfen war eine selbstbewusste freie Stadt geworden, die schon sehr früh auswärtige Politik betrieb und verschiedenen Städtebünden beitrat. Das stolze Selbstbewusstsein drückt sich besonders in der Umschrift des 1250 erstmals erscheinenden Stadtsiegels aus: "REGIA WIMPINA GERIT HAEC VICTRICIA SIGNA" - "Das königliche Wimpfen führt dieses siegreiche Zeichen." Das Wappen zeigt den Reichsadler, der den Wormser Schlüssel im Schnabel hält und damit zum Symbol der unabhängigen Reichsstadt wurde. Vor allem das Aufblühen des Handwerks, aber auch des Handels und der Landwirtschaft trug dazu bei, dass die doch verhältnismäßig kleine Reichsstadt einen beachtlichen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte - viele herrliche Bürgerhäuser mit alemannisch-fränkischem Fachwerk künden noch heute davon. Auch räumlich wuchs die Stadt über die alten mittelalterlichen Stadtmauern hinaus; Vorstädte entstanden, namentlich im Westen vor dem Speyrer Tor und im Südosten gegen die Talstadt hin. Der Wohlstand erlaubte es sogar, das Territorium zu vergrößern. So wurde ein Teil Rappenaus und das ganze Dorf Biberach erworben. In dieser Zeit der Blüte fällt der weitere Ausbau des Spitals, das bald, in ein geistliches und weltliches geteilt, nicht nur als Krankenhaus, sondern auch der Versorgung von Alten und Armen diente. Schon Ende des 13. Jahrhunderts war das Dominikanerkloster gegründet worden, das sich schnell zu einem der größten Deutschlands entwickelte und Anteil am kraftvollen Fortschritt der Stadt hatte. Aus ihm gingen zahlreiche namhafte Theologen und Gelehrte hervor, von denen einer sogar an der Universität Paris lehrte.

Die Zeit der Reformation

Wimpfen hatte im 15. Jahrhundert den Höhepunkt seiner Entwicklung erreicht! Aber schon lasteten dunkle Wolken über der Stadt: Die für den Aufstieg so wichtige alte Straße verlor nach und nach an Bedeutung, zum einen, weil die Stadt Regensburg eine steinerne Donaubrücke gebaut und damit zur Verlagerung des großen Durchgangsverkehrs über Nürnberg beigetragen hatte, zum anderen machte sich nun immer mehr die Nähe der wirtschaftlichen Konkurrentin Heilbronn bemerkbar. Und so begann mit der Wende zur Neuzeit der allmähliche Verfall der reichsstädtischen Herrlichkeit. Schon sehr bald fasste die Lehre Martin Luthers in Wimpfen Fuß, sicherlich begünstigt durch das Auftreten Erhard Schnepfs, jenes bedeutenden Theologen, der hier von 1523 bis 1526 als evangelischer Prediger wirkte. Da er die Tochter des Bürgermeisters Wurzelmann heiratete, kann angenommen werden, dass er beträchtlichen Rückhalt im Rat und Ansehen bei der Bevölkerung besaß. Wimpfen scheint in jenen Anfangstagen der Reformation überhaupt ein kleines Zentrum der neuen Lehre gewesen zu sein, denn zur selben Zeit lebte auch der Maler Heinrich Vogtherr in der Stadt, Verfasser zahlreicher Reformationsschriften und -lieder. Wahrscheinlich existierte außerdem ein spiritualisierender Kreis von Reformationsanhängern. Erbitterte Gegner waren die Klöster, aus deren Reihen leidenschaftlich gegen "das verfluchte Luthertum" gekämpft wurde. Die sogar viele Familien entzweienden Auseinandersetzungen eskalierten, als kaiserliche Mandate den wenigen Katholiken den Besitz der großen Pfarrkirche bestätigten und die Dominikanerkirche einer simultanen Nutzung dienen musste. Da jedoch 1588 nur noch 32 Bürger katholisch waren, übergab der Rat entgegen einem Kammergerichtsurteil die Pfarrkirche der evangelischen Mehrheit. Die Bestellung der Geistlichen und ihre Aufsicht übte ab sofort der Rat aus, der außerdem immer wieder verfügte, dass keine Katholiken ins Bürgerrecht aufgenommen werden durften. Diese Haltung führte zwangsläufig zu endlosen Auseinandersetzungen mit den Klöstern und dem Wormser Domkapitel.



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