1182 Ritterstift und Talmarkt
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Ritterkreuzgang.
Die ebenfalls ruinierte erste Kirche wurde größer wieder aufgebaut und dem Heiligen Petrus geweiht, der auch der Patron des Wormser Doms und des Bistums ist. Zur Kirche gehörte nun ein einflussreiches Chorherrenstift, dessen Propst gleichzeitig Wormser Archidiakon war und die geistliche Gerichtsbarkeit zwischen Heidelberg und Kirchheim am Neckar ausübte. Die adligen Stiftsherren waren zwar Laien, lebten aber zunächst in einer Art klösterlicher Gemeinschaft. Ab dem 13. Jhd. scheint jedoch ein sittlicher Niedergang stattgefunden zu haben, der eine energische Reform des damaligen Dekans Richard von Deidesheim notwendig machte. Er war es auch, der um 1269 den gotischen Umbau der Stiftskirche begann und dazu einen erfahrenen Baumeister aus Frankreich holte. Heute gilt die Ritterstiftskirche St. Peter zu Wimpfen im Tal mit ihrem einmaligen Nebeneinander von romanischem Westwerk und hochgotischem Chor und Südseite mit reichem plastischem Schmuck als eines der wertvollsten sakralen Bauwerke des Landes. Im Schatten dieses reichsfreien Stifts entwickelte sich die Talstadt zügig zu einem Marktort mit Mauern, Zollgerechtigkeiten und Fischereirechten. Der jedes Jahr an Peter und Paul stattfindende Wimpfener Talmarkt geht auf die Anfänge des Stifts zurück und ist darum einer der ältesten in Deutschland. Seit dem 14. Jahrhundert löste sich die Talstadt in harten Auseinandersetzungen immer mehr vom Stift, verlor aber die schließlich errungene Unabhängigkeit schon rund einhundert Jahre später, als die inzwischen mächtigere Stadt auf dem Berg sie in ihr Gebiet eingliederte. Das Stift selbst verblieb bis zu seiner Säkularisierung reichsfrei, was zu immer neuen Kontroversen mit der Reichsstadt Wimpfen führte, auf deren Gebiet es ja lag.






