85 n. Chr. Die Römer und die Anfänge der Stadt
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Der Hohenstaufenpalast.

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Fassbarer wird die Wimpfener Geschichte mit dem Eindringen der Römer, die nach der Niederwerfung Galliens an Rhein und Donau standen und sich in der zweiten Hälfte des ersten nachchristlichen Jahrhunderts anschickten, jene Grenzkorrektur vorzunehmen, die schließlich unter Domitian zur Eroberung des sogenannten "Dekumatlandes" führte. Diese neue Grenze des römischen Reiches, gewöhnlich Obergermanischer Limes genannt, wurde durch ein System von Kastellen gesichert, davon eines gegenüber der Jagstmündung, wo die alte Völkerstraße den Neckar erreichte- also an strategisch wichtiger Stelle. Und die erste verlässliche Wimpfener Geschichtszahl stammt aus dieser Zeit - nicht aus einer Inschrift oder gar einer Urkunde, sondern vielmehr von einem Eichenbalken, der 1957 bei Baggerarbeiten aus dem Neckar geborgen worden war und sich bei näherer Betrachtung als Teil einer alten Brücke erwies. Zum ersten Mal konnte nun mit Sicherheit eine römische Brücke über den Neckar nachgewiesen werden, denn die dendro-chronologische Untersuchung ergab etwa das Jahr 85 n. Chr. Das römische Kastell in Wimpfen im Tal kann als Keimzelle der weiteren Stadtentwicklung angesehen werden. Denn schon sehr früh ließen sich in seinem Schutz Handwerker und Händler nieder, und zahlreiche im weiten Umland liegende landwirtschaftliche Güter schlossen sich an.
Und als unter Kaiser Antonius Pius der Limes weiter nach Nordosten vorgeschoben wurde und das Kastell seine militärische Bedeutung verlor, hatte sich bereits eine große Siedlung gebildet, die, wie die Ausgrabungen von 1983 bis 1987 reichlich belegen, neben Ladenburg und Rottweil zu den bedeutendsten des Dekumatlandes zu rechnen ist. Dieser Vicus war Hauptort der Civitas Alisinensis, des Elsenzgaues. Unter den mannigfaltigen archäologischen Funden ist vor allem eine große Anzahl von Götterstatuen zu erwähnen, darunter ein sogenannter Stadtgenius mit Mauerkrone. Er verkörperte das Wesen der römischen Stadt Wimpfen im Tal. Ob diese Stadt "Cornelia" hieß, wie der erste Chronist Wimpfens, Burkhard von Hall, Ende des 13. Jahrhunderts überlieferte, lässt sich aus heutiger Sicht nicht klären und könnte durchaus auch auf einem Irrtum des Chronisten beruhen. Sicherlich gab es zur Zeit Burkhards noch gut sichtbare Ruinen der einstmals glanzvollen römischen Stadt, aber diese waren nicht, wie er annahm, auf die Zerstörungswut der Hunnen Zurückzuführen, sondern wohl eher auf die Alamannen.






